Kroatien Sommer 2021

Kroatien Sommer 2021

8 Tage – 2.396 km

TAG 1

Habt ihr auch so schicke Innentaschen in euren Seitenkoffern? Auf jeden Fall habe ich weniger Zeug mit als bei meiner 1. Motorradtour. Frau lernt ja gerne dazu.

Samstag 7:00 trafen wir uns bei der Autobahnabfahrt Wr. Neustadt um die Reise zu zweit nach Kroatien zu starten. Die erste Etappe ging über die Autobahn bis nach Feldkirch und von dort über die Landstraße nach Bad Radkersburg.

Ich habe mir ja erst voriges Monat die Triumph Tiger 800 XCx zugelegt und bin jetzt gerade mal 1000 km unterwegs gewesen. In meiner ersten Saison 2020 kurvte ich mit meiner Kawasaki Vulcan S durch die Gegend, es machte mir sehr viel Spaß, doch irgendwie lies mich der Gedanke an ein Adventure Bike nicht los. Also begann ich am Gebrauchtmarkt ein wenig zu suchen. Die Suche dauerte nicht lange, denn ich entdeckte die Triumph Tiger 800 XCx, Bj. 2017 mit nur knapp 9000 km und mit Koffer ausgestattet. Nach der Probefahrt, war es klar, die kommt zu mir.

Die ersten paar Kilometer auf der Autobahn mit vollem Gepäck waren noch etwas ungewohnt, die Luftwirbel und das etwas veränderte Handling der Maschine. Aber wenn Frau sich darauf einlässt, dann ist es relativ schnell „normal“ und du verstehst deine Maschine auch mit voller Ladung.

Vor dem Grenzübertritt nach Slowenien wurden die Motorräder noch mal gefüttert und wir gönnten uns ebenso eine Pause mit Kaffee und einer kleinen Stärkung.


Da die Strecke durch Slowenien nur 60 km betrug, waren wir relativ flott in Kroatien. Der Fokus des 1. Reisetages war, rasch aber nicht nur über die Autobahn das Meer zu erreichen. Wie schon erwähnt, sind wir bis Feldkirch und dann noch an Zagreb vorbei auf der Autobahn gefahren. Die restliche Strecke führte uns über Landstraßen durch wunderschöne Abstriche im Landesinneren von Kroatien.

Nach 535 km und 7h 15 min reiner Fahrtzeit haben wir Crikvenica erreicht. Wir fanden ein schönes Zimmer inklusive Privatparkplatz für unsere Motorräder.

TIPP – Unterkunft

TAG 1

Mit einem gutem Essen, einem Bierchen und einem Blick auf den nächtlichen Strand beendeten wir zufrieden den 1. Reisetag.

TAG 2

Frühstück am Meer, ein perfekter Start in den Tag.

Gleich nach dem Frühstück packten wir alles auf die Motorräder und fuhren die Jadranska Magistrala entlang bis nach Zengg.

Dort bogen wir dann auf die Josephina-Straße, die von Kaiser Joseph II im 18. Jhd. gebaut wurde, ins Landesinnere ab, um durch Senjska Draga, ein tiefes grünes Tal zu fahren, welches zwischen den Gebirgen Velika Kapela und Velebit liegt. Vorbei am Gusic Jezero, ein See auf 430 Höhenmeter. Entlang der Straße 50 und weiter auf der 25 druchs Velebit Gebirge, mit einem Stopp beim Kubus Ura, von dem man einen herrlichen Blick auf die Halbinseln von Kroatien hat, erreichten wir bei Karlobag wieder die Küste. Weiter ging es die Jadranska Magistrala entlang um über die Maslenica-Brücke nach Privlaka zu gelangen.

Nach 265 km bezogen wir unser neues Quartier in Privlaka, ein kleines Hotel direkt am Strand, in dem wir 2 Nächte verbrachten.

TIPP – Unterkunft

Mit einem traumhaften Blick auf´s Meer und einer Stärkung genossen wir die Abendstimmung.

TAG 3

Der heutige Tag war nicht mit Motorradstrecken verplant, sondern wir wollten uns Zadar und Nin ansehen.

Zadar ist bekannt durch seine römischen und venezianischen Ruinen.

Nin gilt als die älteste Stadt Kroatiens. Die Kirche des Heiligen Kreuzes auf Bild 9, gilt als die kleinste Kathedrale der Welt.

Heute waren es nur 55 km mit dem Motorrädern, aber dafür absolvierten wir fast 15.000 Schritte.

TIPP – Unterkunft

Mit Cevapcici belohnten wir uns für diesen Tag.

TAG 4

Nach einem kräftigenden Frühstück vom Hotel Buffet, verlief die Reise weiter entlang der Jadranska Magistrala bis nach Baska Voda. Unterwegs machten wir in Trogir halt um die Stadt zu besichtigen. Die Altstadt von Trogir ist für ihre Mischung aus Renaissance-, Barock- und Romanikgebäuden bekannt. Vom Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert, im Renaissancestil der Kathedrale von Trogir hat man einen herrlichen Ausblick.

Nachdem wir uns nach unserer 239 km Motorradtour im Hotel frisch gemacht haben, genossen wir den Abend mit einem köstlichen Essen und einem Drink am Strand.

TIPP – Unterkunft

TAG 5

Wieder gut gestärkt am Frühstücksbuffet starteten wir ohne großem Gepäck, da wir 2 Nächte in diesem Hotel gebucht haben, die heutige Tour. Das erste Tagesziel war der Sveti Jure (heiliger Georg), ein 1.762 m hoher Berg mit einem Skywalk auf 1.228 m Seehöhe. Die Straße auf den Sveti Jure ist eine Mautstraße und die Fahrzeuge werden blockweise auf die Strecke gelassen. Zum Glück musste ich mit dem Motorrad nicht warten bis der nächste Block frei gegeben wurde, ich durfte gleich starten. Ich kann aber auch empfehlen, sich gleich in der Früh auf den Weg zu machen, denn dadurch gibt es auch noch kaum Gegenverkehr. Ich hatte eine traumhafte Fahrt auf den Berg, mir kamen nur 9 Autos entgegen und vor mir war niemand auf der Strecke. Der Blick vom Skywalk auf die Küste und aufs Meer war atemberaubend.

Anschließend ging es eine schöne Strecke, die 512 ins Landesinnere, vorbei am Modro Jezere (blaue See), dem Crveno Jezere (rote See), dem Prološko Blato bis fast nach Camporice um dann den Fluss Cetina entlang und immer wieder kleinere Straßen bis nach Omis zu fahren. Von dort fuhr ich die Küstenstraße zurück nach Baska Voda.

……. und plötzlich …….

Vielleicht hast du gemerkt, dass ich ab Omis ICH und nicht WIR geschrieben habe. Denn da ist es passiert, ich habe entschlossen alleine weiter zu fahren. Die Geschichte möchte ich nicht im Detail erzählen, aber dennoch möchte ich ein wenig darüber schreiben. Eventuell hast du auch schon so etwas erlebt oder du stehst selbst einmal vor so einem Problem. Wenn ein Reisepartner plötzlich und damit meine ich wirklich plötzlich, von einer Minute auf die andere eine komplett andere Seite an den Tag legt und dich dann auch noch damit belastet und sogar beschimpft, dann gibt es für mich keine gemeinsame Reise mehr. Das ist mir das erste Mal in meinem Leben passiert und es war nicht schön muss ich sagen. Es war verletzend und ein Vertrauensbruch. Ich bin nicht in die Konfrontation gegangen, weil ich merkte, das weder ein klärender Streit noch eine Aussprache zu einer Beruhigung der Situation geführt hätte, ich habe mehrmals versucht zu klären, es war nicht möglich, deshalb meine Entscheidung. Dies ist mir nicht leicht gefallen, aber es war die richtige Entscheidung. Ich habe meine Sachen gepackt, bin aus dem gemeinsamen Zimmer ausgezogen (habe natürlich eine Nachricht hinterlassen) und mir eine neue Unterkunft gesucht.
Mental bekam ich zum Glück von meinem Mann und von meiner Bikersis die volle Unterstützung per Telefon und später noch von meinen engsten Bikerfreunden.

Nach dieser Reise habe ich dann erfahren, dass ich nicht die einzige bin, die schon so behandelt wurde. Das hat mich noch mehr bestärkt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

FAZIT: Motorradtouren sollen Freude bereiten und scheut euch nicht zu euren Gefühlen und Entscheidungen zu stehen, denn mit ungelösten Problemen im Kopf kann es auf der Straße verdammt gefährlich werden.

Ein gutes Essen, mein Mann der mich unterstützt, gute Freunde, auch wenn sie nicht mit dir am Tisch sitzen und alles ist wieder gut.

210 km plus 27 km, die ich nicht aufgezeichnet habe.

TIPP – Unterkunft

TAG 6

Mein Frühstück habe ich heute besonders genossen, vor allem die Ruhe und Gelassenheit in mir. Noch ein letzter Blick zum Meer und dann machte ich mich auf den Weg zur Flugzeugkaverne Željava. Mein Weg führte mich Anfangs noch entlang der Küste um dann bei Split ins Landesinnere zu wechseln. Nordwärts parallel der Bosnischen Grenze über kleine Landstraßen am Perucko Jezero vorbei hatte ich eine tolle Tour.

Kurz vor meinem Ziel schlug das Wetter um, es regnete und ein paar Minuten war sogar Hagel dabei, aber es war kein Problem, ich konnte meine Fahrt fortsetzten. Der ganze Spuk war nach einer viertel Stunde vorbei, aber der Himmel blieb dunkel und es kam Wind auf. Der Plan die Flugzeugkaverne heute noch zu besuchen verschob ich auf morgen Früh. Zum Glück war ich rasch bei meiner ausgewählten Unterkunft und sie hatten mehr als genug Zimmer frei. Sie waren total nett in diesem Guest House, sie boten mir an, meine Tiger unter ein Dach zu stellen, damit sie geschützt ist, falls ein Unwetter kommt.

Diese Unterkunft war im nirgendwo, keine Ortschaft in unmittelbarer Nähe, also fragte ich nach, wo ich etwas zu Essen bekommen könnte. Sie boten mir gleich an, mir etwas Gutes zu kochen.

293 km durch traumhafte Landschaften und noch dazu kaum Verkehr.

TIPP – Unterkunft

TAG 7

Diese Nacht war sehr erholsam, da die Temperatur deutlich niedriger ist als im Süden von Kroatien, deswegen war ich schon sehr früh wach und so trank ich meinen Kaffee auf meiner Terrasse mit Blick in den Morgennebel, ins nirgendwo.

Später gab es dann natürlich ein reichhaltiges Frühstücksbuffet im Restaurant des Guest House.

Nach dieser Stärkung bepackte ich meine Tiger und hatte am Parkplatz noch ein nettes Gespräch mit einem Biker, der ebenfalls alleine im Süden unterwegs ist.

Das erste Ziel war die Airbase Zeljava. Ein Lost Place an der Kroatisch-Bosnischen Grenze. Zwischen 1957 und 1970 wurde Europas größte Flugzeugkaverne erbaut. Der Komplex fasste bis zu 80 MIG-21-Kampfflugzeuge, 110 Piloten sowie 1400 Luftwaffensoldaten. Die Anlage sollte einen Atomangriff mit einer Sprengkraft von 20-30 Kilotonnen standhalten. Bis zum Ausbruch der Jugoslawienkriege wurde diese Anlage genutzt. 1991 wurde die Kavernenanlage und die Pisten mit 51 Tonnen Sprengstoff gebrauchsunfähig gemacht. Teile der Pisten und des Außengelände sind stark vermint und das Innere der Anlage ist mit PCB kontaminiert.

Gestern Abend hatte ich den Wunsch nochmals ins Meer zu hüpfen, deshalb düste ich wieder zur Küste und erfüllte mir diesen Wunsch.

Eigentlich wollte ich einen Blick auf die Plitvicer Seen werfen, aber ohne Eintritt in den Park bekommt man die Seen nicht zu sehen. Das Projekt benötigt mehr Zeit, also werden ich dies ein anderes Mal angehen.

Ich suchte mir eine nette Landstraße die mich quer durch Kroatien bis nach Zengg führte und dort fuhr ich einfach die Küste hinauf, bis ich ein Platzerl fand, wo ich mich für diese Nacht niederlassen wollte. Ich entschied mich für Opatija. Vor ein paar Jahren war ich schon mal mit meinem Mann hier. Opatija war ein beliebter Kurort im 19. Jahrhundert und es gibt viele Villen aus der Habsburg-Ära. Die Stadt wird auch als das Nizza von Kroatien bezeichnet, das spiegelt sich auch in den Hotelpreisen wieder. Aber was solls, ein krönender Abschluss für meine Kroatien Tour. Ich gönnte mir ein schönes Hotel direkt am Meer und einem sicheren Platz für meine Tiger. Natürlich bin ich dann gleich ins Meer gehüpft, danach habe ich mich frisch gemacht und lies mir hausgemachte Nudeln mit Meeresfrüchten schmecken. Den Rest des Abends genoss ich entspannt auf meinem Balkon mit Meerblick.

259 km quer durch Kroatien

TIPP – Unterkunft

TAG 8

Ich war heute sehr früh wach und nutzte die Zeit um noch ein wenig am Strand den Morgen zu genießen. Natürlich gab es wieder ein herrliches Frühstücksbuffet bei dem ich mich für die Heimreise stärkte. 513 km war ich heute auf der Straße. Ich wählte wieder schöne kleine Landstraßen, bis auf das letzte Stück. Bei Gleisdorf bin ich auf die Autobahn und dann direkt Heim. Ich machte viele Pausen, denn es gab manchmal keine Möglichkeit die Autokolonnen zu überholen und das macht irgendwie müde. Aber mit den Pausen klappte die Heimfahrt ohne Probleme und ich konnte meine Tiger wieder neben meiner Vulcan parken.

395 km und 118 km bis nach Hause

Ich möchte euch noch mitteilen, für Tipps oder Verlinkungen bekomme ich kein Honorar oder sonstige Gegenleistung, ich kann euch auch keine Garantie geben, dass alles zu eurer Zufriedenheit sein wird, es sind Empfehlungen von mir, weil ich mich dort gut betreut gefühlt habe oder die Dinge für gut befinde. Vielen Dank für eurer Verständnis.

Andrea Hofmann

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18 Comments

  1. Ein fantastisch, inspirierender Bericht mit wertvollen Tipps! Es hat Spaß gemacht zu lesen und ich hatte das Gefühl, als sei ich mitgefahren!

  2. Sehr feine Reise
    die innentaschen sind natürlich ein Hit 🤭
    Das mit der reisebegleitung tut mir leid und ist uns unverständlich was da manchmal passiert und ja du warst nicht die erste, der das passiert.
    Alles richtig gemacht, keine Diskussion, weiter Urlaub machen und genießen
    Wir sehen uns am Samstag
    Lg Alex

  3. Hallo Andrea, danke für den Bericht den ich mit Genuss gelesen habe. Ich werde im September selber 10 Tage auf dem Balkan verbringen mit meiner Tiger 800 XCA. Ich habe den einen o. anderen Tipp von dir hinter die Ohren geschrieben. Die negative menschliche Erfahrung kenne ich leider auch. Abhaken und nach vorne schauen. Wünsch dir alles Gute. DLzG aus der Schweiz. Markus

    • Hallo Markus, vielen Dank. 🙏 Wir wachsen mit unseren Erfahrungen. 😊 Wünsche dir eine tolle Reise im September und LG Andrea

  4. Super Blog !
    Sehr guter Bericht, Nacht Lust auf mehr/ Meer 😁
    Und wie du mit allem umgehst verdient auch meinen Respekt!
    Viel Spass noch mit deinen Bikes!
    👍😎

  5. Toller Bericht und macht Lust wieder mal nach Kroatien zu fahren. Die Plitvicer Seen sind auf jeden Fall sehenswert, bei uns hat es damals leider geregnet, aber das hatte uns nicht abgeschreckt. Deine Innentaschen sind wirklich speziell 🙂 hat nicht jeder. Ja leider kann man nicht in die Menschen hinein sehen und oft versteht man die Beweggründe nicht. Du hast die restlichen Tage noch genossen und das ist wichtig

  6. Hallo Andrea,
    vielen Dank für die schönen Einblicke in deine Reise, habe es genossen deine Etappen Berichte zu lesen.
    Das das mit deiner ExFreundin so bescheiden gelaufen ist ist echt schade, trotzdem Hut ab das du die Reise auch alleine gemeistert hast.

    Gruß Stefan

  7. Hallo Andrea,

    dein Reisebericht ist so geschrieben, dass man sofort auf das Bike möchte und ebenfalls diese Route zu wählen, bzw es einem leid tut, nicht dabei gewesen zu sein.
    Danke
    LG
    Herbert

  8. Liebe Andrea,
    endlich hab ich auch Zeit bei deiner Reise dabei zu sein.
    Da hast du ja ganz was tolles erlebt, diese Reisegeschichten bleiben ewig im Kopf, es gibt wohl kaum was besseres für die Seele!

    Du hast diesen Bericht so liebevoll geschrieben und die Bilder dazu machen Stimmung aufzubrechen um deiner Route zu folgen.

    Toller Bericht, tolle Erlebnisse!

    Gratulation, du hast alles richtig gemacht.

    Udo

    • Lieber Udo, vielen Dank. 😊 Da hast du Recht, Reisegeschichten bleiben erhalten. Danke auch immer wieder für deine Tipps.
      LG Andrea

  9. Liebe Andrea, toller Beitrag und super Idee mit den Tipps zur Unterkunft. Deine Reise mit den tollen Fotos zu allen möglichen Sehenswürdigkeiten werde ich im Kopf behalten. Für meine Reise.
    LG Brigitte 🏍️😄

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